Alkoholmissbrauch, Alkoholabhängigkeit

Die Alkoholabhängigkeit und -missbrauch sind Tabuthemen unserer Gesellschaft. Fälschlich stellt man sich einen Alkoholiker nur wie einen Obdachlosen oder Trunkenbold vor, der alkoholisiert in der Öffentlichkeit unangenehm auffällt. Tatsächlich betrifft die Alkoholsucht jedoch gleichmäßig alle Gesellschaftsschichten und Altersklassen. Meist fallen Alkoholsüchtige sozial nicht auf, üben ihre Arbeit normal aus und wirken unauffällig.

Die Alkoholerkrankung hat viele Gesichter: Sie beginnt mit einem riskanten Konsum zur Verringerung alltäglicher Anspannungsgefühle und Konflikte, geht dann zum Missbrauch mit körperlichen, psychischen oder sozialen Schäden über und endet bei der Abhängigkeit, in der man den Alkohol benötigt, um sich überhaupt noch einigermaßen wohl zu fühlen.

Trinkarten gibt es viele: Der Spiegeltrinker benötigt täglich einen leichten Alkoholspiegel, hat aber selten einen Rausch. Der Konflikttrinker kann seinen Frust, Probleme und unangenehme Empfindungen ohne Alkohol kaum noch ertragen. Der periodische Trinker hat oft lange abstinente Phasen mit massiven Trinkattacken, kann aber dafür keine Gründe erkennen.

Oft wird der eigene Alkoholkonsum verharmlost (z.B. „Andere trinken doch auch so viel, das ist normal!“ oder „Ich könnte jederzeit aufhören!“). Tatsächlich kann jedoch man weder auf den Alkohol verzichten, noch hat man ausreichend Kontrolle über die Trinkmenge – mit typischen, schädlichen Folgewirkungen. Diese sind z.B. körperliche (z.B. Leberschäden), soziale (z.B. schwankende Stimmung, Gereiztheit) und psychischen Folgeschäden (z.B. Gedächtnisprobleme, Depression).

1te grobe Faustregel: Alkoholabhängigkeit liegt dann vor, wenn man auf Alkohol nicht verzichten kann, weil sonst körperlich oder seelisch sehr unangenehme (Entzugs-)Zustände eintreten.

2te grobe Faustregel: Ein riskanter Alkoholkonsum beginnt bei 5 x 1 L (Männer) oder 5 x 0,5 L (Frauen) Bier in der Woche.

Betroffene sind oft von Scham und Selbstzweifel geplagt, versuchen ihr unangenehmes Problem der Alkoholabhängigkeit zu verdrängen.

Ein großer Schritt ist, sich dem Problem zu stellen und bei engsten Mitmenschen, Ärzten oder Psychologen Hilfe zu holen.

Sollte der Verdacht einer Alkoholsucht bei Ihnen vorliegen, beraten wir Sie gerne. Wir führen die notwendige Diagnostik durch, geben Ihnen hilfreiche Informationen und helfen Ihnen weiter, sowohl menschlich als auch als Therapeuten.